Das Wichtigste in Kürze

Für die Terrasse ist die Gelenkarmmarkise der Klassiker, Kassettenmarkisen schützen das Tuch am besten. Entscheidend sind neben der Bauart vor allem die Stoffqualität (Acryl hält länger als Polyester), der Antrieb und die passende Windwiderstandsklasse. Mit Montage liegen übliche Terrassenmarkisen grob zwischen 1.000 und 3.600 Euro - in mehreren Bundesländern gibt es Förderungen für außenliegenden Sonnenschutz.

Vorteile und Nachteile einer Markise

Die Markise punktet dort, wo eine Fläche wie die Terrasse großzügig beschattet werden soll - für den Hitzeschutz direkt am Fenster ist dagegen oft der Raffstore die bessere Wahl. Weil die Markise vor der Fassade sitzt, hält sie einen Teil der Wärme ab, bevor sie das Haus erreicht; innenliegende Systeme wie Vorhänge oder Plissees wirken dagegen vor allem als Blendschutz. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, wofür Markisen besonders geeignet sind und wo andere Systeme im Vorteil sein können.

Vorteile

  • Flexibel: Schatten nur bei Bedarf
  • Beschattet auch große Flächen
  • Wirkt vor der Fassade gegen Hitze
  • Viele Farben, Stoffe und Designs
  • Gut motorisier- und automatisierbar

Nachteile

  • Bei starkem Wind einzufahren
  • Kein voller Regenschutz wie feste Dächer
  • Das Tuch braucht gelegentliche Pflege

Funktionsweise: So arbeitet die Markise

Die Markise fährt das Tuch über eine motor- oder handbetriebene Tuchwelle aus und wieder ein. Gelenkarme oder seitliche Führungsschienen spannen das Gewebe, sodass eine ebene, leicht geneigte Schattenfläche entsteht. Über die Neigung und den Ausfall (die Tiefe) bestimmen Sie, wie gut auch die tiefstehende Nachmittagssonne abgehalten wird.

Typen und Varianten von Markisen

Markisen unterscheiden sich vor allem darin, wie gut das Tuch im eingefahrenen Zustand geschützt ist und wo sie eingesetzt werden. Ein österreichischer Hersteller wie HELLA führt die Bauarten von der offenen Gelenkarmmarkise bis zur Pergolamarkise. Grob lassen sich diese Formen unterscheiden:

Jede Bauart hat eine eigene Seite mit allen Details - vom Wetterschutz der Kassette bis zur seitlichen Führung. Den kompletten Überblick über alle Formen, auch Fallarm, Markisolette, Korb-, Seiten- und Klemmmarkise, gibt die Übersicht aller Markisenarten.

Markise im Vergleich zu anderen Systemen

Die Einordnung ist bewusst qualitativ gehalten - sie zeigt Tendenzen, kein starres Ranking. Welche Lösung am besten passt, entscheidet Ihre konkrete Terrassensituation.

Vergleich von Markise, Pergola und Sonnensegel nach Eigenschaften
MerkmalMarkisePergolaSonnensegel
Beschattung Sehr gut Sehr gut Gut
Flexibel ein-/ausfahrbar Ja Teilweise Nein
Wetterschutz Mittel Sehr gut Gering
Windstabilität Mittel Sehr gut Gering
Preislage €€ €€€€ €€

Markisenstoff: Acryl oder Polyester?

Das Tuch ist das Bauteil, das der Sonne am stärksten ausgesetzt ist - entsprechend wichtig ist die Gewebequalität. In der Praxis stehen sich zwei Materialien gegenüber: spinndüsengefärbtes Acryl und Polyester. Bei Acryl ist die Farbe schon in der Faser eingearbeitet, bei Polyester meist auf das Gewebe aufgebracht - das erklärt den Unterschied bei der Farbbeständigkeit.

Acrylgewebe

  • Farbe in die Faser eingearbeitet, bleicht kaum aus
  • Hohe UV- und Farbbeständigkeit
  • Lange Lebensdauer von rund 15 bis 20 Jahren
  • Ideal für dauerhaft besonnte Südterrassen

Polyestergewebe

  • Günstiger in der Anschaffung
  • Reißfest und robust
  • Farbverlust oft schon nach 8 bis 12 Jahren
  • Eher für schattigere Lagen oder saisonale Nutzung

Antrieb und Steuerung

Wie die Markise bewegt wird, entscheidet über Komfort und Sicherheit. Drei Varianten sind üblich - von der einfachen Kurbel bis zur voll automatisierten Anlage:

  • Handkurbel: ohne Stromanschluss, robust und wartungsarm - für kleine, selten bewegte Markisen ausreichend
  • Motor mit Funk-Fernbedienung: heute der Standard, komfortabel und schonend für die Mechanik
  • Wind- und Sonnensensoren: fahren die Markise automatisch bei Sonne aus und bei Wind rechtzeitig ein

Windwiderstandsklassen: worauf es in Österreich ankommt

Markisen werden nach der europäischen Norm EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Sie geben an, bis zu welcher Windstärke eine Markise ausgefahren bleiben darf. Für österreichische Lagen mit Bergwind, Hanglage oder Föhn ist eine höhere Klasse sinnvoll - im offenen Gelände zahlt sich Klasse 3 aus. Was die Klassen im Detail bedeuten und welche zu Ihrer Lage passt, zeigt der Ratgeber Windwiderstandsklassen bei Markisen.

Windwiderstandsklassen für Markisen nach EN 13561
WindwiderstandsklasseWindstärkeMax. WindgeschwindigkeitBedeutung
Klasse 0 - - Keine geprüfte Windbeständigkeit - bei Wind einfahren
Klasse 1 4 Beaufort bis 28 km/h Mäßige Brise, dünne Äste bewegen sich
Klasse 2 5 Beaufort bis 38 km/h Frische Brise, kleine Laubbäume schwanken
Klasse 3 6 Beaufort bis 49 km/h Starker Wind, dicke Äste bewegen sich

Größe und Ausrichtung: die richtige Planung

Damit die Markise im Sommer wirklich Schatten spendet, müssen Breite, Ausfall und Neigung zur Fläche und zur Himmelsrichtung passen. Als Faustregeln bei der Planung gelten:

  • Breite: etwas breiter als der zu beschattende Sitzbereich wählen, damit auch die Ränder im Schatten liegen
  • Ausfall (Tiefe): je tiefer die Terrasse und je flacher die Nachmittagssonne, desto mehr Ausfall ist nötig
  • Neigung: eine stärkere Neigung hält flach einfallende Sonne besser ab und lässt Regen zuverlässig ablaufen
  • Ausrichtung: West- und Südwestterrassen brauchen wegen der tiefen Abendsonne oft zusätzlich seitlichen Schutz

Große Markisen erzeugen erhebliche Hebelkräfte an der Befestigung. Ob Wand und Dämmung die gewünschte Größe tragen, prüft der Fachbetrieb vor Ort - im Zweifel entscheidet die Statik über die maximal mögliche Ausladung.

Was den Markisenpreis bestimmt

Ein pauschaler Quadratmeterpreis führt bei der Markise in die Irre. Der Preis ergibt sich aus Größe, Bauart, Tuchqualität, Antrieb und Montageaufwand. Als Orientierung dienen die folgenden Gerätepreise nach Bauart (Richtwerte, Stand 2026):

Offen, manuell

800 - 1.100 €

  • Ohne Stromanschluss
  • Einfache Technik

Gelenkarmmarkise mit Handkurbel, offene Bauart - der günstige Einstieg.

Halbkassette, motorisiert

900 - 2.200 €

  • Tuch teilgeschützt
  • Motorbetrieb

Tuchwelle geschützt, Funk-Motor - der beliebte Kompromiss.

Vollkassette, smart

1.000 - 3.000 €

  • Maximaler Wetterschutz
  • Sensorsteuerung

Rundum geschützt, mit Wind- und Sonnensensor.

Förderungen in Österreich

Außenliegender Sonnenschutz gilt als wirksame Maßnahme gegen sommerliche Überhitzung und wird deshalb in mehreren Bundesländern gefördert. Ein konkretes Beispiel ist die Stadt Wien: Im Rahmen der Verschattungsoffensive werden laut Stadt Wien 50 Prozent der Kosten bis maximal 1.500 Euro pro Wohnung übernommen. Voraussetzung ist unter anderem ein mehrgeschossiges Wohngebäude mit mindestens drei Wohnungen, die Montage durch eine Fachfirma und der Hauptwohnsitz in der Wohnung; einen Rechtsanspruch gibt es nicht, gefördert wird nur, solange Budget vorhanden ist.

Auch andere Bundesländer unterstützen außenliegende Beschattung - etwa Kärnten und Tirol mit eigenen Programmen, Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark häufig gekoppelt an eine Sanierung oder einen Fenstertausch. Auch bundesweite Programme wie die Sanierungsförderung ändern Verfügbarkeit, Bedingungen und Beträge laufend - der aktuelle Status sollte vor dem Kauf direkt beim jeweiligen Programm geprüft werden.

Genehmigung und Recht

Ob Sie für eine Markise eine Zustimmung brauchen, hängt von der Wohnsituation ab. Als allgemeine Orientierung gilt für Österreich:

  • Eigenheim: meist genehmigungsfrei - Ausnahmen bei Denkmalschutz, Schutzzonen oder Ortsbildvorschriften
  • Eigentumswohnung: Zustimmung der übrigen Miteigentümer nötig, da die Fassade ein allgemeiner Teil ist
  • Mietwohnung: schriftliche Zustimmung des Vermieters erforderlich
  • Nachbarrecht: die ausgefahrene Markise darf nicht über die Grundstücksgrenze ragen

Das ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Klären Sie strittige Punkte vorab mit Hausverwaltung, Vermieter oder der zuständigen Baubehörde.

Pflege und Lebensdauer

Mit etwas Pflege hält ein gutes Markisentuch viele Jahre. Die wichtigsten Regeln sind schnell erklärt:

  • Die Markise nur trocken einfahren - ein feucht aufgerolltes Tuch bildet Stockflecken
  • Ein- bis zweimal pro Saison mit weichem Besen und mildem Reiniger säubern, nie mit dem Hochdruckreiniger
  • Bewegliche Teile gelegentlich mit silikonbasiertem Pflegemittel gängig halten

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Markise reinigen und pflegen.

Sie möchten die passende Markise finden?

Vergleichen Sie im Ratgeber Bauart, Stoff und Antrieb - das konkrete Angebot und die Montage übernimmt ein Markisen-Fachbetrieb aus Ihrer Region.

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Häufige Fragen zu Markisen

Welche Markise ist die beste für die Terrasse?

Für die klassische Terrasse ist die Gelenkarmmarkise die verbreitetste Wahl, weil sie frei ausfährt und große Tiefen beschattet. Wer den Stoff möglichst lange schonen will, greift zur Halb- oder Vollkassette, bei der das Tuch im eingefahrenen Zustand geschützt ist. Für sehr große oder windexponierte Flächen ist eine Wintergarten- oder Pergolamarkise mit seitlicher Führung stabiler.

Was kostet eine Markise mit Montage in Österreich?

Für eine Gelenkarmmarkise in üblicher Terrassengröße liegen die Gerätepreise etwa zwischen 800 und 1.100 Euro, für Kassettenmarkisen zwischen 900 und 3.000 Euro. Die Standardmontage kommt mit rund 200 bis 500 Euro dazu. Der tatsächliche Preis hängt stark von Größe, Ausführung, Antrieb und Montagesituation ab - ein individuelles Angebot ist daher aussagekräftiger als jede Pauschalzahl (Richtwerte, Stand 2026).

Wie lange hält eine Markise?

Ein hochwertiges Acrylgewebe hält rund 15 bis 20 Jahre, bei geschützter Kassette eher am oberen Ende dieser Spanne. Motor und Mechanik sind meist auf viele Tausend Fahrzyklen ausgelegt. Entscheidend für die Lebensdauer ist, das Tuch nur trocken einzufahren und es ein- bis zweimal pro Saison zu reinigen.

Muss die Markise im Winter abgebaut werden?

Nein. Eine fest montierte Markise bleibt am Haus, sollte über den Winter aber eingefahren bleiben. Eine Vollkassette schützt das Tuch dabei am besten, weil es rundum im Gehäuse liegt. Fahren Sie das Tuch nur trocken ein, um Stockflecken zu vermeiden.

Welche Markise passt auf den Balkon?

Für den Balkon eignen sich kompakte Gelenkarm- oder Klemmmarkisen sowie seitliche Senkrechtmarkisen als Sicht- und Windschutz. Auf Miet- oder Eigentumsbalkonen ist vorab die Zustimmung von Vermieter beziehungsweise Eigentümergemeinschaft nötig, weil die Fassade betroffen ist.

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