Kurzüberblick

Die Windwiderstandsklasse nach DIN EN 13561 sagt, bis zu welcher Windstärke eine Markise ausgefahren bleiben darf. Klasse 1 hält bis Windstärke 4 (ca. 28 km/h), Klasse 2 bis Windstärke 5 (ca. 38 km/h), Klasse 3 bis Windstärke 6 (ca. 49 km/h); Klasse 0 hat keinen geprüften Windwiderstand. Für die meisten Terrassen ist Klasse 2 solide, in exponierten Lagen Klasse 3. Wichtig: Die Klasse gilt nur bei fachgerechter Montage - und ein Windsensor schützt zusätzlich.

Was die Windwiderstandsklasse bedeutet

Eine ausgefahrene Markise bietet dem Wind eine große Angriffsfläche. Damit man weiß, wie viel Wind sie verträgt, wird sie nach der europäischen Norm DIN EN 13561 geprüft und in eine von vier Windwiderstandsklassen eingeteilt. Die Klasse gibt an, bis zu welcher Windstärke die Markise ausgefahren bleiben darf, ohne Schaden zu nehmen.

Wichtig ist das Verständnis: Die Klasse ist keine Garantie, dass die Markise jeden Sturm übersteht - sie ist eine Obergrenze, bis zu der der Betrieb sicher ist. Wird sie überschritten, muss die Markise eingefahren werden. Je höher die Klasse, desto mehr Wind verträgt die Anlage, bevor das nötig wird.

Die vier Klassen im Überblick

Die Norm ordnet jeder Klasse eine Windstärke auf der Beaufort-Skala und damit eine ungefähre Windgeschwindigkeit zu - in Metern pro Sekunde entspricht das etwa 5,5 bis 7,9 m/s (Klasse 1), 8,0 bis 10,7 m/s (Klasse 2) und 10,8 bis 13,8 m/s (Klasse 3):

Windwiderstandsklassen nach DIN EN 13561 (Richtwerte)
KlasseWindstärkeWindgeschwindigkeitBedeutung
Klasse 0 - - Kein Windwiderstand geprüft - bei Wind einfahren
Klasse 1 Beaufort 4 bis ca. 28 km/h Mäßige Brise - dünne Zweige bewegen sich
Klasse 2 Beaufort 5 bis ca. 38 km/h Steife Brise - kleine Laubbäume schwanken
Klasse 3 Beaufort 6 bis ca. 49 km/h Starker Wind - dicke Äste bewegen sich

Klasse 0 heißt, dass kein Windwiderstand geprüft oder gefordert wurde - eine solche Markise sollte bei Wind grundsätzlich eingefahren werden. Klasse 3 ist die windbeständigste: Sie darf noch bei starkem Wind bis rund 49 km/h ausgefahren bleiben. Die Werte sind Richtwerte; maßgeblich ist die Herstellerangabe zum konkreten Produkt. Weiterführende Erläuterungen der Norm bieten etwa der Lexikoneintrag eines Herstellers und ein Fachüberblick zur DIN EN 13561.

Die Montage entscheidet mit

Ein oft übersehener Punkt: Die Windwiderstandsklasse gilt nicht automatisch nach dem Einbau. Sie wird im Prüfstand ermittelt - im montierten Zustand hängt die tatsächlich erreichbare Windlast entscheidend von der Befestigung ab.

Konkret zählen die Art und Anzahl der Befestigungsmittel und der Befestigungsuntergrund. Eine Klasse-3-Markise, die mit zu wenigen Dübeln in bröckeligem Mauerwerk hängt, erreicht ihre Klasse nicht - die schwache Verankerung gibt vorher nach. Deshalb sind fachgerechte Montage und ein tragfähiger Untergrund genauso wichtig wie die Klasse selbst. Das ist einer der Gründe, warum sich die Montage durch den Fachbetrieb lohnt.

Welche Klasse brauche ich?

Klasse 3 (exponiert)

  • Freie, offene Terrassen ohne Windschutz
  • Höhere Lagen und Dachterrassen
  • Windige Regionen und Hanglagen
  • Große Markisenflächen mit viel Angriffsfläche

Klasse 1-2 (geschützt)

  • Geschützte Loggien und Innenhöfe
  • Terrassen im Windschatten des Hauses
  • Kleinere Markisen an ruhigen Standorten
  • Balkone mit umlaufender Brüstung

Für die meisten normal exponierten Terrassen ist Klasse 2 ein guter Standard. Wer offen, hoch oder in windiger Region wohnt, fährt mit Klasse 3 sicherer. Die passende Klasse richtet sich nach der tatsächlichen Windlast am Aufstellort - pauschal die höchste zu nehmen, ist so wenig sinnvoll wie die niedrigste.

ZIP-Screen: die windstabile Alternative

Wo der Wind zum ständigen Thema wird, lohnt der Blick über die klassische Gelenkarmmarkise hinaus. Der ZIP-Screen führt sein Gewebe mit einem seitlichen Keder in geschlossenen Schienen - es kann bei Böen nicht aus der Führung springen und hält deutlich höhere Windlasten aus als eine frei ausfahrende Markise.

An exponierten Fassaden, großen Fenstern und Wintergärten ist der ZIP-Screen deshalb oft die robustere Lösung. Für die Terrassenüberdachung wiederum kombiniert man ein festes Dach - Pergola oder Terrassendach - mit seitlichen Screens, statt sich allein auf eine ausfahrende Markise zu verlassen.

Der Windsensor als zusätzlicher Schutz

Selbst die beste Windklasse nützt nichts, wenn niemand die Markise rechtzeitig einfährt. Genau hier setzt der Windsensor an: Er misst die Windstärke und fährt die Markise automatisch ein, sobald der eingestellte Grenzwert überschritten wird - auch dann, wenn niemand zu Hause ist.

Bei größeren und freistehenden Markisen ist der Windwächter deshalb weniger Komfort als Schutz der Investition. Er ergänzt die Windklasse ideal: Die Klasse legt fest, was die Anlage aushält, der Sensor sorgt dafür, dass diese Grenze nie überschritten wird.

Welche Windklasse passt zu Ihrer Lage?

Wie Sie die passende Windklasse für Ihren Standort bestimmen, erklärt der Ratgeber - Auswahl, Befestigung und Montage setzt ein Fachbetrieb aus dem Verzeichnis um.

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Häufige Fragen zu Windwiderstandsklassen

Was sagt die Windwiderstandsklasse aus?

Die Windwiderstandsklasse nach DIN EN 13561 gibt an, bis zu welcher Windstärke eine Markise ausgefahren bleiben darf, ohne Schaden zu nehmen. Es gibt vier Klassen: Klasse 0 (kein geprüfter Windwiderstand), Klasse 1 (bis Windstärke 4, ca. 28 km/h), Klasse 2 (bis Windstärke 5, ca. 38 km/h) und Klasse 3 (bis Windstärke 6, ca. 49 km/h). Je höher die Klasse, desto windbeständiger die Anlage.

Welche Windklasse ist ein guter Wert?

Klasse 2 ist für die meisten geschützten und normal exponierten Terrassen ein solider Standard. In windigen, offenen oder höher gelegenen Lagen ist Klasse 3 empfehlenswert. Klasse 1 eignet sich nur für sehr geschützte Standorte. Entscheidend ist immer die konkrete Windbelastung am Aufstellort.

Gilt die Windklasse automatisch nach dem Einbau?

Nein - und das ist ein häufig übersehener Punkt. Die angegebene Windwiderstandsklasse wird nur erreicht, wenn die Markise fachgerecht montiert ist. Art und Anzahl der Befestigungsmittel und der Befestigungsuntergrund entscheiden mit darüber, welche Windlast die Anlage im eingebauten Zustand tatsächlich verträgt. Eine Klasse-3-Markise an einer schwachen Halterung erreicht ihre Klasse nicht.

Was passiert, wenn ich die Windklasse überschreite?

Bläst der Wind stärker, als die Klasse zulässt, drohen Schäden: verbogene Gelenkarme, gerissenes Tuch oder eine überlastete Befestigung, die sich lösen kann. Deshalb sollte die Markise bei aufkommendem Wind rechtzeitig eingefahren werden. Ein Windsensor übernimmt das automatisch - auch bei Abwesenheit.

Ist eine höhere Windklasse immer besser?

Eine höhere Klasse bedeutet mehr Reserve und Sicherheit, ist aber meist mit stabilerer, teurerer Konstruktion verbunden. Für eine geschützte Loggia wäre Klasse 3 überdimensioniert, für eine freie Dachterrasse dagegen angemessen. Sinnvoll ist die Klasse, die zur tatsächlichen Windlage passt - nicht pauschal die höchste.