Das Wichtigste in Kürze
Die Senkrechtmarkise beschattet große Glasflächen, ohne den Ausblick zu nehmen: Ihr technisches Gewebe hält die Hitze draußen und bleibt bei Tageslicht durchsichtig. Das ZIP-System führt den Stoff spaltfrei in Schienen und macht die Anlage besonders windstabil. Über den Öffnungsfaktor des Gewebes steuern Sie, wie viel Sonne und Durchsicht bleiben. Je Fenster liegen die Preise grob bei 250 bis 1.200 Euro, je nach Größe, System und Antrieb.
Vorteile und Nachteile einer Senkrechtmarkise
Kein anderer Sonnenschutz verbindet Beschattung und Ausblick so selbstverständlich wie die Senkrechtmarkise - dafür verdunkelt sie nicht und schützt nicht vor Einbruch. Wo sie glänzt und wo ein anderes System besser passt:
Vorteile
- Beschattung bei vollem Durchblick nach draußen
- Sehr guter Hitzeschutz, weil außenliegend
- Auch sehr große Fenster und Glasfassaden möglich
- Flache, unauffällige Optik - verschwindet im Kasten
- ZIP-System sehr windstabil
Nachteile
- Verdunkelt nicht - immer etwas Restlicht
- Kein Einbruch- und kaum Lärmschutz
- Nachts von außen einsehbar, wenn innen Licht brennt
- Offene Systeme brauchen windgeschützte Lagen
So funktioniert eine Senkrechtmarkise
Eine Senkrechtmarkise ist im Kern ein textiler Behang, der senkrecht vor dem Fenster herabfährt. Das Gewebe ist oben auf eine Welle im Kasten gewickelt und wird über eine Bodenschiene nach unten gezogen; seitlich halten Führungsschienen oder Seile den Stoff auf Spur. Anders als bei der klassischen Markise, die waagrecht über die Terrasse ausfährt, arbeitet die Senkrechtmarkise also in der Vertikalen direkt an der Glasfläche.
Entscheidend ist, dass sie außen vor dem Glas sitzt. So wird die Sonnenwärme abgefangen, bevor sie durch die Scheibe in den Raum gelangt - der wirksamste Ort für sommerlichen Hitzeschutz. Weil das Gewebe kein blickdichter Panzer ist, sondern ein feines Netz, entsteht dabei der typische Effekt: Der Raum wird kühler und blendfrei, der Blick nach draußen bleibt trotzdem erhalten.
ZIP oder offen geführt?
Die wichtigste Unterscheidung betrifft die seitliche Führung - und damit die Windstabilität. Bei der offenen Senkrechtmarkise läuft das Gewebe in schlanken Seil- oder Schienenführungen. Das ist günstig und unauffällig, lässt aber an den Rändern einen kleinen Spalt, an dem der Wind angreifen kann. Für windgeschützte Fenster reicht das völlig.
Beim ZIP-System ist an beiden Gewebekanten ein Reißverschluss angeschweißt, der in geschlossenen Führungsschienen läuft. Das Tuch ist dadurch spaltfrei und über die ganze Fläche straff gespannt. Zwei Vorteile ergeben sich daraus: Die Anlage hält deutlich mehr Wind aus, und es gibt keine seitlichen Lichtlücken. Der ZIP-Screen ist deshalb die erste Wahl für große Flächen und exponierte Fassaden.
Das Gewebe und der Öffnungsfaktor
Das Herz der Senkrechtmarkise ist ihr technisches Gewebe - meist ein mit PVC beschichtetes Glasfaser- oder Polyestergewebe, das formstabil, reißfest und farbecht ist. Über die Farbe und vor allem über den Öffnungsfaktor entscheiden Sie, wie sich der Stoff verhält.
Der Öffnungsfaktor gibt an, wie viel Fläche des Gewebes offen ist - also wie viel Licht und Sicht hindurchkommen. Ein Gewebe mit 1 Prozent Öffnungsfaktor ist sehr dicht: Es verschattet stark, ist recht blickdicht und lässt nur wenig Durchsicht. Ein Gewebe mit 5 Prozent ist offener: mehr Durchblick, luftigere Optik, dafür etwas weniger Verschattung. Übliche Werte liegen zwischen 1 und 5 Prozent.
- Niedriger Öffnungsfaktor (1 %): starke Verschattung, mehr Sichtschutz, weniger Durchblick
- Mittlerer Öffnungsfaktor (3 %): ausgewogenes Verhältnis aus Schatten und Ausblick
- Hoher Öffnungsfaktor (5 %): maximaler Durchblick, luftige Optik, etwas weniger Schatten
- Dunkle Farben: besserer Durchblick nach außen, geringere Blendung
- Helle Farben: reflektieren mehr Sonne, wirken freundlicher
Eine oft überraschende Faustregel: Dunkle Gewebe bieten den besten Durchblick nach draußen, weil sie weniger blenden und den Kontrast erhalten. Helle Gewebe reflektieren dafür mehr Sonnenenergie. Welcher Stoff passt, hängt also davon ab, ob Ihnen der freie Blick oder die maximale Rückstrahlung wichtiger ist - der Fachbetrieb zeigt dazu Musterkarten.
Varianten und Montage
Senkrechtmarkisen unterscheiden sich nach Führungssystem und Einsatzzweck. Die vier gängigen Varianten im Überblick:

ZIP-Screen
Das Gewebe läuft mit seitlichem Reißverschluss in geschlossenen Führungsschienen - spaltfrei gespannt und besonders windstabil.
Zur Bauart →
Offene Senkrechtmarkise
Führung über schlanke Seile oder Schienen, Kassette oben. Günstiger und ideal für windgeschützte Fenster.
Zur Bauart →
Wetterschutz-Screen
Als seitlicher Screen an Terrasse und Pergola: Schutz vor tiefer Sonne, Wind und neugierigen Blicken.
Zur Bauart →
Markisolette
Fenstermarkise, die senkrecht herabfährt und unten ausstellt - beschattet und hält den Blick nach unten frei.
Zur Bauart →Jede Bauart hat eine eigene Seite - ein Überblick findet sich unter Senkrechtmarkisen-Arten.
Der Kasten aus Aluminium sitzt entweder sichtbar auf der Fassade (Aufputz) oder verdeckt in der Laibung beziehungsweise im Rollladensturz. Er lässt sich in nahezu jedem RAL-Ton lackieren und damit farblich an Fenster und Fassade anpassen. Im Neubau wird der Kasten oft gleich in die Dämmebene integriert, sodass von außen nur die schlanke Führungsschiene sichtbar bleibt.
Für welche Fenster und Flächen?
Die Senkrechtmarkise spielt ihre Stärke überall dort aus, wo große Glasflächen beschattet werden sollen, ohne den Raum abzuschotten:
- Bodentiefe Fenster und Glasschiebetüren: Schatten ohne Verlust des Ausblicks
- Glasfassaden und große Fensterfronten: gleichmäßige Verschattung großer Flächen
- Wintergarten: hält die Aufheizung im Sommer im Zaum
- Homeoffice und Büro: entblendet den Bildschirm bei erhaltenem Tageslicht
- Terrasse und Pergola: als seitlicher Wind- und Sichtschutz
Weniger geeignet ist sie dort, wo es auf vollständige Dunkelheit oder auf Einbruchschutz ankommt - fürs Schlafzimmer oder das straßenseitige Erdgeschoss ist der Rollladen die passendere Wahl. Für die feine Lichtlenkung an einzelnen Fenstern kann auch ein Raffstore besser passen. Wo aber Fläche, Ausblick und Hitzeschutz zusammenkommen, ist die Senkrechtmarkise kaum zu schlagen.
Hitzeschutz mit Durchblick
Der eigentliche Grund für eine Senkrechtmarkise ist fast immer die Kombination aus zwei Dingen, die sich sonst ausschließen: wirksamer Hitzeschutz und freier Ausblick. Weil das Gewebe außen vor dem Glas hängt, wird der größte Teil der Sonnenenergie abgefangen, bevor sie den Raum erreicht - ein außenliegender Sonnenschutz hält ein Vielfaches mehr Hitze ab als jede innenliegende Jalousie.
Der Unterschied zum blickdichten Rollladen liegt im Ergebnis: Statt den Raum abzudunkeln, dämpft die Senkrechtmarkise das Licht und nimmt die Blendung, während der Blick in den Garten oder auf die Straße erhalten bleibt. Für alle tagsüber genutzten Räume ist das ein spürbarer Gewinn an Wohnqualität - man sitzt im kühlen, hellen Raum und fühlt sich trotzdem nicht eingesperrt.
Gleichzeitig wirkt das Gewebe als Sichtschutz von außen: Bei Tageslicht sehen Vorübergehende kaum in den Raum, während Sie hinausschauen. Erst wenn es draußen dunkel und drinnen hell wird, kehrt sich dieser Effekt um - dann ist zusätzlich ein Vorhang oder eine zweite Lösung sinnvoll.
Windwiderstand und Norm
Weil die Senkrechtmarkise eine große, freie Fläche aufspannt, ist der Wind ihr wichtigster Gegner. Wie viel eine Anlage aushält, beschreibt die europäische Norm EN 13561, die außenliegende Markisen in Windwiderstandsklassen von 0 bis 3 einteilt: Je höher die Klasse, desto stärkere Böen hält der Behang aus, ohne Schaden zu nehmen.
Den größten Sprung bringt hier das ZIP-System: Weil das Gewebe rundum spaltfrei in den Schienen sitzt, erreicht es deutlich höhere Klassen als eine offen geführte Anlage. An sehr exponierten Fassaden, Hanglagen oder großen Flächen empfiehlt sich zusätzlich ein Windwächter, der die Markise bei einem eingestellten Grenzwert automatisch einfährt und so vor Sturmschäden schützt. In windgeschützten Lagen genügt dagegen eine einfachere Ausführung.
Antrieb und Steuerung
Kleine Senkrechtmarkisen lassen sich mit Kurbel oder Gurt von Hand bedienen. Sobald die Fläche größer wird oder mehrere Fenster auszustatten sind, ist der Elektromotor der Standard: Er läuft leise, fährt die Anlage exakt in jede Position und lässt sich per Schalter, Funkhandsender oder App steuern.
Richtig komfortabel wird es mit Sensorik. Ein Sonnensensor fährt die Markise bei praller Sonne automatisch aus, ein Windwächter zieht sie bei Böen ein. Wo kein Kabel zum Fenster führt, schließt ein Solarantrieb mit eigenem Modul die Lücke ganz ohne Verkabelung - praktisch bei der Nachrüstung. Die Einbindung ins Smart-Home erlaubt schließlich Zeit- und Szenensteuerung, sodass die Beschattung dem Sonnenlauf folgt, auch wenn niemand zu Hause ist.
Senkrechtmarkise im Vergleich
Wie ordnet sich die Senkrechtmarkise zwischen den anderen außenliegenden Systemen ein? Die Tabelle zeigt, wo ihre Stärken liegen - und wo Raffstore oder Rollladen die Nase vorn haben:
| Merkmal | Senkrechtmarkise | Raffstore | Rollladen |
|---|---|---|---|
| Durchsicht bei Beschattung | Ja (transparentes Gewebe) | Nur bei gekippten Lamellen | Keine |
| Sommerlicher Hitzeschutz | Sehr gut | Sehr gut | Gut |
| Verdunkelung | Gering | Mittel | Sehr gut |
| Sehr große Flächen | Sehr gut | Begrenzt | Begrenzt |
| Windstabilität (ZIP) | Sehr gut | Mittel | Sehr gut |
| Einbruchschutz | Keiner | Gering | Gut |
| Optik | Flach, unauffällig | Filigrane Lamellen | Flächig, Kasten |
Der Blick auf die Zeile Durchsicht bei Beschattung bringt es auf den Punkt: Hier ist die Senkrechtmarkise konkurrenzlos. Geht es dagegen um Verdunkelung oder Einbruchschutz, führt der Rollladen; für die feine Lichtlenkung an einzelnen Fenstern der Raffstore. Nicht selten ergänzen sich die Systeme im selben Haus.
Was eine Senkrechtmarkise kostet
Der Preis richtet sich je Fenster nach Größe, Führungssystem und Antrieb. Als Orientierung dienen diese Richtwerte je Element (Stand 2026) - die Spanne reicht von der kleinen manuellen Anlage bis zur großen, smart gesteuerten ZIP-Fläche:
Manuell / klein
250 - 500 €
- Ohne Stromanschluss
- Für windgeschützte Lagen
Kleines Fenster, offene Führung, Kurbel oder Gurt - der günstige Einstieg.
Elektrisch / ZIP
600 - 1.200 €
- Windstabil & spaltfrei
- Per Funk steuerbar
Standardfenster mit ZIP-Führung und Motor - der windstabile Standard.
Große Fläche / smart
1.200 - 2.500 €
- Sonnen- & Windautomatik
- Sehr große Flächen
Glasfassade oder Terrasse mit Sensorik und Smart-Home-Anbindung.
Wer mehrere Fenster gleichzeitig ausstattet, erhält meist einen günstigeren Stückpreis. Bei großen Glasfronten lohnt sich der Aufpreis für das ZIP-System fast immer, weil eine offen geführte Anlage dort schnell an ihre Windgrenze käme.
Pflege und Wartung
Senkrechtmarkisen sind pflegeleicht - das technische Gewebe ist schmutzabweisend und trocknet schnell:
- Gewebe gelegentlich mit Wasser und weicher Bürste abkehren
- Vor dem Aufwickeln möglichst trocknen lassen, um Stockflecken zu vermeiden
- Führungsschienen von Laub und Schmutz frei halten
- Bei elektrischen Anlagen Motor und Sensorik gelegentlich prüfen lassen
Ein hochwertiges Gewebe behält über viele Jahre Farbe und Spannung. Sollte der Stoff nach langer Nutzung ausbleichen oder beschädigt werden, lässt er sich in der Regel austauschen, ohne die ganze Anlage zu erneuern - das hält die Senkrechtmarkise langfristig wirtschaftlich und macht sie zu einer langlebigen Lösung für große Glasflächen.
Sie möchten große Fenster beschatten, ohne den Ausblick zu verlieren?
Der Ratgeber ordnet Gewebe, Öffnungsfaktor und ZIP-System ein - Aufmaß und Montage übernimmt ein Sonnenschutz-Fachbetrieb aus Ihrer Region.
Häufige Fragen zur Senkrechtmarkise
Kann ich durch eine geschlossene Senkrechtmarkise hinaussehen?
Ja - das ist ihr größter Vorteil. Das technische Gewebe ist ein feines Netz und bleibt bei Tageslicht von innen durchsichtig, während es die Sonne draußen hält und von außen als Sichtschutz wirkt. Je niedriger der Öffnungsfaktor des Stoffs, desto stärker die Verschattung und desto geringer die Durchsicht. Nachts kehrt sich der Effekt um: Ist innen Licht an, kann man von außen hereinsehen.
Verdunkelt eine Senkrechtmarkise den Raum?
Nein, nicht vollständig. Durch das transparente Gewebe fällt immer etwas Restlicht in den Raum - der Raum wird abgedunkelt und blendfrei, aber nicht dunkel. Wer echte Dunkelheit fürs Schlafzimmer braucht, ist mit einem Rollladen besser bedient. Für Wohn-, Ess- und Arbeitsräume ist das gedämpfte Tageslicht dagegen meist genau richtig.
Was bedeutet ZIP bei einer Senkrechtmarkise?
Beim ZIP-System ist an den seitlichen Kanten des Gewebes ein Reißverschluss angeschweißt, der in den Führungsschienen läuft. Dadurch bleibt der Stoff über die ganze Fläche straff gespannt, es entstehen keine Lücken zwischen Tuch und Schiene, und die Anlage wird deutlich windstabiler als eine offen geführte Senkrechtmarkise.
Wie windstabil ist eine Senkrechtmarkise?
Das hängt vom System ab. Offen geführte Senkrechtmarkisen eignen sich für windgeschützte Lagen, ein ZIP-Screen hält dank der geschlossenen Führung deutlich mehr aus und wird nach der Norm EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt. An sehr exponierten Fassaden empfiehlt sich zusätzlich ein Windwächter, der die Anlage bei Sturm automatisch einfährt.
Wo lohnt sich eine Senkrechtmarkise besonders?
Überall dort, wo große Glasflächen beschattet werden sollen, ohne den Ausblick zu verlieren: bodentiefe Fenster, Glasfassaden, Wintergärten und Büros. Auch als seitlicher Wind- und Sonnenschutz an einer offenen Terrasse oder Pergola ist sie beliebt, weil sie flach und unauffällig im Kasten verschwindet.
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