Das Wichtigste in Kürze

Das Plissee ist ein gefalteter Stoff, der sich von oben und unten frei verstellen lässt - so haben Sie Licht und Sichtschutz genau dort, wo Sie sie brauchen. Es montiert sich meist ohne Bohren und passt dank Maßanfertigung auf nahezu jede Fensterform, auch Dachfenster und Schrägen. Das Wabenplissee dämmt zusätzlich gegen Kälte und Hitze. Als innenliegendes System liegt sein Fokus auf Blend- und Sichtschutz. Preise beginnen je Fenster bei rund 20 Euro.

Vorteile und Nachteile eines Plissees

Kein anderer Innen-Sonnenschutz ist so wandelbar wie das Plissee - dafür hält es als innenliegendes System weniger Hitze ab als ein außenliegendes. Wo es glänzt und wo eine andere Lösung besser passt:

Vorteile

  • Passt auf fast jede Fensterform, auch Sonderformen
  • Von oben und unten frei verstellbar
  • Meist ohne Bohren montierbar - ideal zur Miete
  • Wabenplissee dämmt gegen Kälte und Hitze
  • Wohnliche, textile Optik in vielen Farben

Nachteile

  • Innenliegend: begrenzter Hitzeschutz
  • Kein Einbruch- und kaum Lärmschutz
  • Restlicht am Rand bei Verdunkelung
  • Keine Lichtlenkung wie bei einer Jalousie

So funktioniert ein Plissee

Ein Plissee ist ein in feste Falten gelegter Stoff, der sich wie eine Ziehharmonika zusammenschieben und auseinanderziehen lässt. Anders als beim Rollo, das sich auf eine Welle aufwickelt, bleibt das Faltenbild dabei immer erhalten. Der Stoff läuft zwischen einer oberen und einer unteren Profilschiene; über dünne Zugschnüre wird er in Position gebracht.

Weil sich das Faltenpaket sehr klein zusammenschieben lässt, gibt ein geöffnetes Plissee fast die ganze Scheibe frei und trägt kaum auf. Das macht es zu einer der platzsparendsten und unauffälligsten Lösungen am Fenster - und zu einer, die sich in Sekunden an die Tageszeit und den Sonnenstand anpassen lässt.

Der Clou: von oben und unten verstellbar

Das wichtigste Merkmal, das ein Plissee von Rollo und Jalousie abhebt, ist die freie Positionierung beider Bedienschienen - im Fachjargon Top-Down-Bottom-Up. Sie können den Stoff nicht nur von oben nach unten ziehen, sondern beide Schienen unabhängig bewegen.

In der Praxis heißt das: Sie schieben das Plissee in die Fenstermitte, geben oben den Himmel und das Tageslicht frei und decken unten den Bereich ab, in den Nachbarn oder Passanten hineinsehen könnten. So haben Sie Sichtschutz und Helligkeit gleichzeitig - etwas, das kein herkömmliches Rollo kann. Besonders im Erdgeschoss und in der Küche ist das ein spürbarer Gewinn an Privatsphäre, ohne den Raum zu verdunkeln.

Montage ohne Bohren

Der häufigste Grund für ein Plissee ist neben der Optik die einfache Montage. Die beliebteste Variante kommt ganz ohne Bohren aus:

  • Klemmträger: oben und unten je zwei Halter in den Flügelfalz geklemmt - ohne Bohren, rückstandslos, ideal zur Miete
  • Verschraubt: für dauerhaften Halt oder schwere Anlagen, meist in der Glasleiste
  • Klebeprofil: für Festverglasungen ohne Falz, rückstandslos ablösbar
  • Auf dem Flügel oder in der Laibung: je nach Fenster und gewünschter Optik

Der große Vorteil der Klemmmontage: Sie beschädigt weder Rahmen noch Mauerwerk und lässt sich beim Auszug spurlos entfernen. Nur an Dachfenstern wird zwingend verschraubt, weil das Plissee dort in der Glasleiste sitzen und der Neigung standhalten muss. Wie man je nach Befestigungsart korrekt ausmisst, zeigen unser Ausmess-Ratgeber und die Messanleitungen der Hersteller.

Varianten im Überblick

Plissees unterscheiden sich vor allem nach Führung, Stoff und Fensterform. Die vier gängigsten Varianten:

Freihängende Plissees eignen sich für senkrechte Standardfenster, verspannte Plissees laufen zusätzlich in seitlichen Schienen und bleiben dadurch auch an gekippten oder schrägen Fenstern faltengenau in Position. Für die meisten Wohnfenster ist die verspannte Ausführung heute Standard. Jede Variante hat eine eigene Seite - ein Überblick findet sich unter Plissee-Arten.

Der richtige Stoff

Über den Stoff entscheiden Sie, wie viel Licht durchkommt und wie blickdicht das Plissee ist. Vier Transparenzgrade sind üblich:

  • Transparent: lässt viel Licht herein, dämpft nur die Blendung, kaum Sichtschutz
  • Halbtransparent: der Allrounder - Tageslicht bleibt, von außen wird der Blick verwehrt
  • Verdunkelnd: deutlich abdunkelnd, für Schlaf- und Wohnräume
  • Vollverdunkelnd: blickdicht und stark abdunkelnd, ideal fürs Schlafzimmer

Dazu kommen zwei Sonderstoffe: Das Wabenplissee mit Luftkammern für die Dämmung und hitzereflektierende Gewebe mit Perlex- oder Alubeschichtung, die einen Teil der Sonnenstrahlung zurückwerfen. Gerade an Süd- und Dachfenstern ist ein reflektierender oder ein Waben-Stoff die sinnvollste Wahl, weil er die Aufheizung des Raums spürbar bremst.

Für welche Fenster und Räume?

Die eigentliche Stärke des Plissees ist seine Anpassungsfähigkeit. Es spielt überall dort seine Vorteile aus, wo andere Innensysteme an ihre Grenzen kommen:

  • Dachfenster: verspannte Plissees für Velux, Roto und Fakro halten auch in Schräglage die Falten
  • Sonderformen: Dreieck, Trapez, Fünfeck und Rundbogen nach Maß
  • Küche und Erdgeschoss: von unten hochgeschoben für Sichtschutz bei vollem Tageslicht
  • Wintergarten: reflektierende Stoffe gegen die Aufheizung unterm Glasdach
  • Kinderzimmer: vollverdunkelnd für den Mittagsschlaf

Für maximalen sommerlichen Hitzeschutz ist dagegen ein außenliegendes System die bessere Wahl - etwa ein Raffstore oder eine Senkrechtmarkise. Das Plissee ergänzt diese, wo Optik, Sichtschutz und eine schwierige Fensterform im Vordergrund stehen.

Wabenplissee: Sonnenschutz, der dämmt

Das Wabenplissee, auch Duette oder Zellplissee genannt, ist die technisch ausgereifteste Variante. Zwei Stoffbahnen sind so miteinander verbunden, dass im Querschnitt wabenförmige Luftkammern entstehen. Diese eingeschlossene Luft wirkt wie ein Dämmpolster vor dem Glas.

Der Nutzen ist doppelt: Im Winter bremst die Luftkammer den Wärmeverlust über die Scheibe, im Sommer hält sie einen Teil der Hitze ab - besonders in Kombination mit einer hitzereflektierenden Kaschierung. Nebenbei schluckt die Wabenstruktur etwas Schall, was in halligen Räumen angenehm auffällt. Ein weiterer Vorteil: Weil die Zugschnüre verdeckt in den Kammern laufen, hat das Wabenplissee keine sichtbaren Stanzlöcher und verdunkelt dadurch gleichmäßiger als ein einlagiges Plissee.

Innen oder außen - was das Plissee leisten kann

Ein Punkt gehört ehrlich eingeordnet: Als innenliegendes System kann ein Plissee die Sommerhitze nur begrenzt abhalten. Die Sonnenwärme dringt durch das Glas in den Raum und wird erst dahinter vom Stoff gestoppt - ein Teil der Energie bleibt dann bereits im Zimmer. Außenliegende Systeme fangen die Wärme dagegen schon vor der Scheibe ab und sind beim reinen Hitzeschutz klar überlegen.

Das heißt nicht, dass das Plissee beim Hitzeschutz nichts tut: Hitzereflektierende Stoffe mit heller oder metallisierter Oberfläche werfen einen guten Teil der Strahlung zurück, und ein Wabenplissee bremst die Aufheizung zusätzlich. Seine eigentliche Stärke liegt aber woanders - beim Blendschutz am Bildschirm, beim Sichtschutz und bei der wohnlichen Optik. Wer beides will, maximale Kühle und die Gestaltungsfreiheit des Plissees, kombiniert es mit einem außenliegenden Sonnenschutz.

Plissee, Rollo und Jalousie im Vergleich (innenliegend)
MerkmalPlisseeRolloJalousie
Sonderformen (Dreieck, Bogen) Sehr gut Nein Eingeschränkt
Dach- und Kippfenster Sehr gut (verspannt) Eingeschränkt Eingeschränkt
Von oben und unten bedienbar Ja Nein Teilweise
Wärmedämmung (Wabe) Sehr gut Gering Gering
Lichtlenkung über Lamellen Nein Nein Sehr gut
Montage ohne Bohren Ja Ja Ja
Optik Textil, faltig, wohnlich Textil, glatt Lamellen

Bedienung und Kindersicherheit

Bedient wird das Plissee je nach Größe unterschiedlich. Kleine Anlagen lassen sich am Griff direkt verschieben, größere über Schnurzug oder Kette. Für Komfort und Sonderformen gibt es motorisierte Plissees mit Akku- oder Netzbetrieb, die sich per Fernbedienung oder App steuern lassen - praktisch bei hohen oder schwer erreichbaren Fenstern.

Wichtig in Haushalten mit Kindern: Moderne Schnurzüge sind mit einer Sicherung ausgestattet, die sich erst bei stärkerem Zug löst, damit keine Schlaufe zur Gefahr wird. Wo Kinder im Spiel sind, sind grifflose, gespannte oder motorisierte Systeme ohne lose Schnüre die sicherste Wahl - der Fachbetrieb berät dazu passend zum Fenster.

Was ein Plissee kostet

Der Preis richtet sich je Fenster nach Größe, Stoff, Führung und Bedienung. Als Orientierung je Fenster (Stand 2026) - die Spanne reicht vom einfachen Klemm-Plissee bis zur verspannten Sonderform mit Motor:

Standard nach Maß

40 - 120 €

  • Ohne Bohren
  • Viele Farben & Transparenzen

Freihängendes Plissee mit Klemmträgern - ohne Bohren, schnell montiert.

Wabenplissee / verspannt

80 - 150 €

  • Dämmt und verdunkelt
  • Auch für Dach- & Kippfenster

Verspannte Führung oder dämmender Wabenstoff - der wohnliche Standard.

Sonderform / motorisiert

ab 120 €

  • Jede Fensterform
  • Per Fernbedienung

Dreieck, Rundbogen oder Motorantrieb - nach Maß gefertigt.

Wer mehrere Fenster gleichzeitig ausstattet, spart beim Stückpreis. Für Dach- und Sonderformfenster lohnt sich fast immer die verspannte Ausführung, weil ein freihängendes Plissee dort durchhängen würde.

Pflege und Wartung

Plissees sind sehr pflegeleicht und über Jahre wartungsfrei:

  • Staub regelmäßig mit einem weichen Tuch oder dem Staubsauger auf niedriger Stufe entfernen
  • Flecken punktuell mit lauwarmem Wasser und mildem Reiniger betupfen
  • Stark verschmutzte Stoffe lassen sich teils herausnehmen und im lauwarmen Bad reinigen
  • Faltenbild nach dem Reinigen im geschlossenen Zustand trocknen lassen

Weil das Plissee keine beweglichen Metallteile im Freien hat, verschleißt kaum etwas. Ein hochwertiges Faltenbild hält seine Form über viele Jahre. Verliert der Stoff nach langer Nutzung an Spannung oder Farbe, lässt sich das Faltenpaket austauschen, ohne die komplette Anlage zu erneuern - das hält das Plissee langfristig wirtschaftlich.

Sie haben ein Dachfenster oder eine ungewöhnliche Fensterform?

Der Ratgeber zeigt Stoff, verspannte Führung und Sonderformen - Aufmaß nach Maß und Montage übernimmt ein Sonnenschutz-Fachbetrieb aus Ihrer Region.

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Häufige Fragen zum Plissee

Lässt sich ein Plissee wirklich ohne Bohren montieren?

Ja, das ist sogar die beliebteste Variante. Bei der Klemmfix-Montage werden oben und unten am Fensterflügel je zwei Klemmträger in den Falz geschoben und verspannt - ganz ohne Bohren und ohne Beschädigung von Rahmen oder Mauerwerk. Das ist ideal für Mietwohnungen und lässt sich rückstandslos wieder entfernen. Nur bei Dachfenstern und manchen Sonderformen wird verschraubt.

Was ist der Unterschied zwischen Plissee und Wabenplissee?

Ein klassisches Plissee besteht aus einer einzelnen gefalteten Stoffbahn. Beim Wabenplissee sind zwei Bahnen so verbunden, dass im Querschnitt Waben mit Luftkammern entstehen. Diese Luftpolster dämmen spürbar besser gegen Kälte und Hitze und schlucken etwas Schall. Wabenplissees mit innenliegender Alukaschierung verdunkeln zudem ohne sichtbare Stanzlöcher an den Zugschnüren.

Kann ein Plissee einen Raum komplett verdunkeln?

Mit dem richtigen Stoff ja. Vollverdunkelnde Plissees, besonders Wabenplissees mit Alukaschierung, machen einen Raum weitgehend dunkel - gut fürs Schlaf- oder Medienzimmer. Ein Rest Streulicht am Rand bleibt bei innenliegenden Systemen aber immer. Wer absolute Dunkelheit und zugleich Hitzeschutz von außen möchte, kombiniert das Plissee mit einem außenliegenden Rollladen.

Schützt ein Plissee vor Sommerhitze?

Nur begrenzt. Ein Plissee sitzt innen hinter dem Glas - die Sonnenwärme ist da schon im Raum. Hitzereflektierende Stoffe mit Perlex- oder Alubeschichtung mildern das deutlich, ersetzen aber keinen außenliegenden Sonnenschutz. Für maximalen Hitzeschutz sind Raffstore, Senkrechtmarkise oder Rollladen die bessere Wahl; das Plissee punktet dafür bei Blendschutz, Sichtschutz und Optik.

Für welche Fenster eignet sich ein Plissee besonders?

Für fast alle - das ist seine größte Stärke. Anders als Rollo oder Jalousie lässt sich das Plissee nach Maß für Sonderformen wie Dreieck, Trapez oder Rundbogen fertigen und mit verspannter Führung auch an Dachfenstern und Kippfenstern anbringen, ohne durchzuhängen. Damit deckt es Fenster ab, an denen andere Innensysteme passen müssen.

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