Das Wichtigste in Kürze
Die Gelenkarmmarkise spannt ihr Tuch über gefederte Gelenkarme frei nach vorne - ganz ohne Stützen am Boden. In der offenen Ausführung liegt die Technik frei, was sie zur günstigsten und meistverbauten Markisenart macht. Ihr Tuch ist eingefahren aber ungeschützt - deshalb ist ein Dachüberstand oder eine geschützte Lage ideal. Wer die Anlage an einer freien Fassade will, greift zur Kassettenmarkise.
Das Besondere an der Gelenkarmmarkise
Der Name verrät die Technik: Gelenkarme - gefederte, knickbare Arme - stemmen das Tuch nach vorne und halten es unter Spannung. Weil die Arme das Gewicht selbst tragen, kommt die Markise ohne Pfosten am Boden aus. Der Sitzplatz darunter bleibt völlig frei, und die Markise fährt bei Bedarf komplett ein.
Diese freitragende Bauweise ist der Grund, warum die Gelenkarmmarkise die klassische Terrassenmarkise schlechthin ist. Sie ist einfach im Aufbau, bewährt und in der offenen Variante die preisgünstigste Lösung, um eine Terrasse von oben zu beschatten.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Freitragend - keine störenden Stützen
- Günstigster Markisentyp (offene Variante)
- Bewährte, einfache Technik
- Fährt bei Nichtgebrauch komplett ein
Nachteile
- Offen: Tuch und Mechanik ungeschützt
- Braucht besser einen Dachüberstand
- Windempfindlicher mit zunehmender Größe
- Kein Regenschutz - reiner Sonnenschutz
Für wen und wofür?
Die Gelenkarmmarkise ist die richtige Wahl, wenn Sie einen Terrassen- oder Balkonsitzplatz unkompliziert und günstig beschatten wollen und die Anlage geschützt unter einem Dachüberstand oder Balkon darüber sitzt. Dort ist das offene Tuch vor der schlimmsten Witterung bewahrt, und Sie sparen sich den Aufpreis fürs Gehäuse.
- Terrasse oder Balkon mit Dachüberstand: die offene Gelenkarmmarkise genügt
- Freie, bewitterte Fassade: besser Halb- oder Vollkassette
- Kleines bis mittleres Budget: der günstigste Weg zum Terrassenschatten
- Große, windige Flächen: an eine windstabilere Bauart denken
Die Mechanik im Detail
Das Herz der Gelenkarmmarkise sind die Gelenkarme. In ihrem Inneren sorgt eine starke Feder - meist als Gasdruck- oder Stahlkette-Lösung - für die nötige Vorspannung, die das Tuch straff hält, egal wie weit die Markise ausgefahren ist. Beim Einfahren knicken die Arme im Gelenk ein und legen sich kompakt zusammen.
Über die Neigung der Arme lässt sich einstellen, wie steil das Tuch nach vorne abfällt - wichtig, damit leichter Regen abläuft und die tief stehende Nachmittagssonne nicht darunter durchscheint. Breitere Anlagen haben mehr als zwei Arme, um das Tuch über die ganze Länge gleichmäßig zu spannen. Weil die Arme frei auskragen, wächst mit dem Ausfall auch die Hebelkraft auf die Befestigung - ein Grund, warum die Wandbefestigung besonders stabil sein muss. Wie die gefederten Gelenke im Detail aufgebaut sind, beschreibt der Fachbeitrag Aufbau und Einsatz von Markisen im Fachportal BauNetz Wissen.
Montagearten
Die Gelenkarmmarkise lässt sich auf drei Arten befestigen - je nachdem, was der Baukörper hergibt:
- Wandmontage: der Regelfall, an der tragenden Fassade über der Terrassentür
- Deckenmontage: unter einem Vordach oder einer Loggia, wenn die Wand keinen Platz bietet
- Dachsparrenmontage: mit Sparrenhaltern am Dachüberstand, wenn darunter kein Platz ist
Entscheidend ist immer ein tragfähiger Untergrund: Weil die ausgefahrene Markise mit erheblicher Hebelkraft an der Befestigung zieht, muss diese in den tragenden Baukörper - nicht in Putz oder Dämmung - gesetzt werden. Gerade bei Wärmedämmverbundsystemen sind spezielle Montagekonsolen nötig, die die Last sauber ins Mauerwerk leiten. Die richtige Befestigung ist bei der freitragenden Gelenkarmmarkise fast wichtiger als bei jeder anderen Bauart.
Offen, Halb- oder Vollkassette?
Die Gelenkarmmarkise gibt es in drei Schutzstufen - der wichtigste Unterschied innerhalb dieser Bauart. Alle drei sind Gelenkarmmarkisen, sie unterscheiden sich nur darin, wie stark das eingefahrene Tuch geschützt ist:
| Merkmal | Offen (Gelenkarm) | Halbkassette | Vollkassette |
|---|---|---|---|
| Tuchschutz eingefahren | Kein | Von oben | Rundum |
| Preis | Günstigster | Mittel | Höchster |
| Optik eingefahren | Mechanik sichtbar | Teils verdeckt | Alles im Kasten |
| Idealer Einbauort | Unter Dachüberstand | Freie Fassade | Freie, exponierte Lage |
Je besser der Schutz, desto länger hält das Tuch - und desto höher der Preis. Die Kassettenmarkise ist im Grunde die konsequent zu Ende gedachte Gelenkarmmarkise: dieselbe Technik, aber das Tuch verschwindet eingefahren komplett im Aluminiumgehäuse.
Stoff, Antrieb und Kosten
Bei Tuch, Antrieb, Windwiderstandsklassen und Kosten gilt für die Gelenkarmmarkise dasselbe wie für Markisen allgemein: ein UV-beständiges Acrylgewebe, wahlweise Handkurbel oder Motor mit Sonnen- und Windsensor, und ein Preis, der vor allem von Größe, Antrieb und Ausführung abhängt.
Diese Grundlagen sind für alle Markisenarten gleich - deshalb finden Sie sie ausführlich im Markisen-Hauptratgeber und im Kosten-Ratgeber zur Markise. Hier genügt der Hinweis: In der offenen Ausführung ist die Gelenkarmmarkise die günstigste Variante, mit Halb- oder Vollkassette steigt der Preis mit dem Schutz.
Passt die Gelenkarmmarkise zu Ihrer Terrasse?
Ein Markisen-Fachbetrieb aus Ihrer Region prüft Lage, Ausfall und Schutzbedarf und montiert die passende Ausführung.
Häufige Fragen zur Gelenkarmmarkise
Was ist eine Gelenkarmmarkise?
Die Gelenkarmmarkise ist die klassische Terrassenmarkise: Zwei oder mehr gefederte Gelenkarme spannen das Tuch frei nach vorne, ganz ohne Stützen am Boden. In der offenen Ausführung liegen Tuchwelle und Arme frei, ohne schützendes Gehäuse - das macht sie zur günstigsten und meistverbauten Markisenart.
Braucht eine offene Gelenkarmmarkise einen Wetterschutz?
Sie profitiert davon. Weil das eingefahrene Tuch bei der offenen Variante ungeschützt bleibt, ist ein Dachüberstand oder eine geschützte Lage ideal. An einer frei bewitterten Fassade ist die Kassetten- oder Halbkassettenmarkise die bessere Wahl, weil sie das Tuch schützt und die Lebensdauer verlängert.
Wie weit kann eine Gelenkarmmarkise ausfahren?
Übliche Gelenkarmmarkisen fahren mehrere Meter weit aus und beschatten so den ganzen Sitzplatz. Der maximale Ausfall hängt von Breite, Konstruktion und Statik ab. Weil das Tuch frei auskragt, reagiert die Markise mit zunehmender Größe empfindlicher auf Wind - ein Windwächter ist daher empfehlenswert.
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