Kurzüberblick

Der Fc-Wert misst den Hitzeschutz: Er sagt, wie viel Sonnenenergie noch in den Raum kommt - je niedriger, desto besser. Außenliegende Systeme (Raffstore, ZIP-Screen) erreichen rund 0,25, innenliegende Stoffe liegen deutlich höher. Der Öffnungsfaktor steuert bei Screens den Kompromiss zwischen Hitzeschutz und Durchblick. Die Farbe wirkt vor allem innen, und ein UV-Schutz haben die meisten Stoffe ohnehin. Entscheidend bleibt: außen schlägt innen.

Was der Fc-Wert aussagt

Der Fc-Wert - auch Abminderungsfaktor genannt - ist die wichtigste Kennzahl für den sommerlichen Hitzeschutz. Er beschreibt, wie stark ein Sonnenschutz die Sonnenenergie reduziert, die durch das Glas in den Raum gelangt. Technisch ist er das Verhältnis aus dem Gesamtenergiedurchlassgrad der Kombination Verglasung plus Sonnenschutz zum g-Wert der Verglasung allein.

Die Regel ist einfach: Je niedriger der Fc-Wert, desto besser. Ein Fc von 0,25 bedeutet, dass nur noch etwa 25 Prozent der Sonnenenergie ankommen - drei Viertel werden abgehalten. Ohne jeden Sonnenschutz liegt der Wert bei 1,00. Für wirksamen Hitzeschutz strebt man meist Werte zwischen 0,20 und 0,35 an. Die technische Definition nach DIN EN 14501 erläutert etwa das BauNetz-Wissen-Glossar.

Fc-Werte im Vergleich

Die folgenden Anhaltswerte zeigen, wie unterschiedlich die Systeme abschneiden - und wie klar außenliegender Schutz vorn liegt:

Typische Fc-Werte gängiger Systeme (Anhaltswerte, bezogen auf die Referenzverglasung nach DIN EN 14501)
SystemLageTypischer Fc-Wert
Außen-Raffstore außen ca. 0,25
ZIP-Screen (Textilscreen) außen ca. 0,25
Rollladen außen ca. 0,30
Fallarmmarkise außen ca. 0,43
Alu-Innenjalousie innen ca. 0,43 - 0,79
Folienplissee / -rollo innen ca. 0,69
Ohne Sonnenschutz - 1,00

Die Werte sind Anhaltswerte: Der genaue Fc-Wert eines Produkts steht im Datenblatt und bezieht sich auf eine Referenzverglasung mit g-Wert 0,59 und Ug 1,2 W/m²K. So sind unterschiedliche Stoffe überhaupt vergleichbar - der reale Wert an Ihrem Fenster hängt von der tatsächlichen Verglasung ab.

Warum außen den innenliegenden Schutz schlägt

Die Tabelle macht den wichtigsten Punkt sichtbar: Außenliegender Sonnenschutz ist beim Hitzeschutz deutlich wirksamer. Der Grund ist der Treibhauseffekt. Glas lässt Sonnenstrahlung durch, die sich dahinter in Wärme verwandelt - und diese Wärme kommt schlecht wieder hinaus.

Ein außenliegender Stoff fängt die Strahlung ab, bevor sie die Scheibe passiert; die Wärme entsteht draußen und wird von der Luft abgeführt. Ein innenliegender Stoff kann erst dann wirken, wenn die Sonne schon durchs Glas ist - er reduziert Blendung gut, hält die Hitze aber viel schlechter zurück. Deshalb sind Raffstore, ZIP-Screen und Rollladen beim Fc-Wert den Innenlösungen überlegen. Mehr dazu im Ratgeber sommerlicher Hitzeschutz.

Der Öffnungsfaktor bei Screens

Bei textilen Screens kommt eine zweite Kennzahl ins Spiel: der Öffnungsfaktor (englisch Openness Factor). Er gibt an, wie viel offene Fläche das Gewebe zwischen den Fäden hat - also wie durchsichtig der Stoff ist.

Ein niedriger Öffnungsfaktor von etwa 1 bis 3 Prozent hält mehr Sonne ab und bietet mehr Sichtschutz, lässt aber weniger durchblicken. Ein höherer Faktor von 5 bis 10 Prozent erhält den Ausblick und lässt mehr Licht herein, dämpft die Hitze dafür etwas weniger. Der Öffnungsfaktor ist damit der Kompromiss zwischen Hitzeschutz und Transparenz - wer viel Durchblick will, nimmt beim Hitzeschutz leichte Abstriche in Kauf. Gängige Gewebe reichen von etwa 1 bis 20 Prozent, für Bildschirmarbeitsplätze werden oft 3 bis 5 Prozent empfohlen (Übersicht der Öffnungsfaktoren).

Die Rolle der Farbe

Ob heller oder dunkler Stoff der bessere Hitzeschutz ist, wird oft missverstanden. Helle Stoffe reflektieren die Sonne stärker und bleiben selbst kühler. Dunkle Stoffe schlucken mehr Licht, bieten oft den besseren Blend- und Durchblickschutz, erwärmen sich dafür aber selbst stärker.

Entscheidend ist die Lage: Beim außenliegenden Schutz wird die Wärme vor der Scheibe abgeführt, deshalb spielt die Farbe für den Raum eine kleinere Rolle - hier entscheidet oft die Optik. Beim innenliegenden Schutz dagegen gibt ein dunkler, aufgeheizter Stoff die Wärme in den Raum ab - hell reflektiert hier spürbar besser nach außen. Kurz: Innen lieber hell, außen nach Geschmack.

UV-Schutz und Blendung

Zwei weitere Punkte gehören zum Stoff. Der UV-Schutz ist bei den meisten modernen Sonnenschutzstoffen hoch - sie halten einen Großteil der UV-Strahlung ab und schützen so Möbel, Böden und Textilien vor dem Ausbleichen. Wichtig ist das vor allem innenliegend, wo der Stoff die Einrichtung direkt vor der Sonne schirmt.

Die Blendung ist eine eigene Größe neben der Hitze: Auch ein Stoff mit mäßigem Fc-Wert kann sehr gut blendfrei stellen, wenn er das direkte Licht bricht. Gerade am Bildschirmarbeitsplatz zählt weniger der letzte Zehntelgrad Raumtemperatur als das ermüdungsfreie Sehen - hier lohnt der Blick auf Stoffe und Systeme, die Blendung gezielt dämpfen, ohne den Raum zu verdunkeln.

Acryl, Polyester und Glasfaser-Screen

Beim Material dominieren drei Gruppen. Spinndüsengefärbtes Acryl ist der Klassiker für Markisen: farb- und UV-echt, robust und in großer Farbauswahl. Polyester ist günstiger und ebenfalls strapazierfähig, oft mit Beschichtung. Für Screens kommen meist beschichtete Glasfaser- oder Polyestergewebe zum Einsatz, die formstabil und schwer entflammbar sind - wichtig im Objektbereich.

Für die Praxis heißt das: Nicht der Markenname entscheidet, sondern die Kombination aus Fc-Wert, Öffnungsfaktor, Farbe und Material, passend zum Einsatz. Ein heller Acrylstoff auf der Terrassenmarkise stellt andere Anforderungen als ein dunkler Screen mit niedrigem Öffnungsfaktor am Südfenster.

Den richtigen Stoff wählen

Für maximalen Hitzeschutz

  • Außenliegendes System (Fc um 0,25)
  • Niedriger Fc-Wert im Datenblatt prüfen
  • Heller Stoff bei Innenmontage
  • Screen mit niedrigem Öffnungsfaktor

Für Blendschutz mit Durchblick

  • Screen mit höherem Öffnungsfaktor (5-10 %)
  • Transparentes bis halbtransparentes Gewebe
  • Farbe nach Optik und Durchblickwunsch
  • Blendreduktion wichtiger als letzter Grad Kühle

Welcher Stoff passt zu Ihrem Fenster?

Fc-Wert, Öffnungsfaktor und Farbe ordnet der Ratgeber ein - die konkrete Stoffauswahl für Ausrichtung und Einsatz treffen Sie mit einem Fachbetrieb aus der Region.

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Häufige Fragen zu Sonnenschutzstoffen

Was bedeutet der Fc-Wert genau?

Der Fc-Wert (Abminderungsfaktor) gibt an, wie stark ein Sonnenschutz die Sonnenenergie reduziert, die durchs Glas in den Raum gelangt. Er ist das Verhältnis aus dem Gesamtenergiedurchlassgrad von Verglasung plus Sonnenschutz zum g-Wert der Verglasung allein. Ein Fc von 0,25 heißt: Nur noch rund 25 Prozent der Sonnenenergie kommen an. Je niedriger der Fc-Wert, desto besser der Hitzeschutz.

Welcher Fc-Wert ist ein guter Wert?

Für wirksamen sommerlichen Hitzeschutz werden meist Fc-Werte zwischen etwa 0,20 und 0,35 angestrebt. Außenliegende Systeme wie Raffstore und ZIP-Screen erreichen rund 0,25, Rollläden etwa 0,30. Innenliegende Stoffe liegen deutlich höher (schlechter), oft bei 0,5 bis 0,8. Der genaue Zielwert hängt von der Verglasung und den bauphysikalischen Anforderungen ab.

Worauf bezieht sich der angegebene Fc-Wert?

Herstellerangaben beziehen sich meist auf eine Referenzverglasung nach DIN EN 14501 mit einem g-Wert von 0,59 und einem Ug-Wert von 1,2 W/m²K. Nur so sind die Werte verschiedener Produkte vergleichbar. An Ihrem konkreten Fenster kann der reale Wert je nach tatsächlicher Verglasung leicht abweichen.

Was ist der Öffnungsfaktor bei Screens?

Der Öffnungsfaktor (Openness Factor) beschreibt bei textilen Screens, wie viel offene Fläche das Gewebe hat - also wie durchsichtig es ist. Ein niedriger Öffnungsfaktor (etwa 1-3 Prozent) hält mehr Sonne ab und bietet mehr Sichtschutz, ein höherer (5-10 Prozent) lässt mehr Durchblick und Licht zu. Er ist ein Kompromiss zwischen Hitzeschutz und Transparenz.

Hält heller oder dunkler Stoff besser die Hitze ab?

Beim außenliegenden Sonnenschutz ist es differenziert: Helle Stoffe reflektieren die Sonne stärker und bleiben kühler, dunkle Stoffe schlucken mehr Licht und bieten oft besseren Blend- und Durchblickschutz, erwärmen sich aber selbst mehr. Weil die Wärme bei Außenmontage vor der Scheibe entsteht und abgeführt wird, spielt die Farbe außen eine kleinere Rolle als innen. Innen heizt ein dunkler Stoff den Raum eher auf.