Kurzüberblick

Welcher Insektenschutz passt, entscheidet die Öffnung: Am Fenster der geklemmte Spannrahmen (ohne Bohren), an Durchgangstüren die Drehtür, an breiten Schiebeelementen der Plissee-Insektenschutz, und wo das Gitter verschwinden soll, das Rollo. Genau ausmessen, faltenfrei einspannen, festen Sitz prüfen - das Fenster muss weiter frei öffnen. Geklemmte Rahmen sind mietwohnungstauglich und im Winter leicht einlagerbar.

Erst die Öffnung, dann das System

Der erste Schritt ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Öffnung: Geht man hindurch oder nicht? Ein Fenster wird anders geschützt als eine Tür, durch die man mehrmals täglich auf die Terrasse tritt. Diese Unterscheidung führt fast von selbst zum richtigen System.

Das passende Insektenschutz-System je Öffnung
ÖffnungPassendes SystemMontage
Fenster Spannrahmen Geklemmt, ohne Bohren
Fenster (soll verschwinden) Insektenschutzrollo Kasten oben, meist geschraubt
Durchgangstür Drehtür (Drehrahmen) An der Zarge, meist geschraubt
Große Schiebetür Plissee-Insektenschutz Boden- und Deckenschiene

Am Fenster ist der Spannrahmen der Klassiker. Für Durchgänge öffnet die Drehtür wie eine echte Tür, für breite Schiebeelemente gleitet der Plissee-Insektenschutz zur Seite. Soll das Gitter bei Nichtgebrauch ganz weg, ist das Rollo die Lösung. Alle Bauarten vergleicht die Insektenschutz-Übersicht.

Bohren oder klemmen?

Für viele ist das die entscheidende Frage - und die Antwort ist erfreulich: Am Fenster geht es ohne Bohren. Der Spannrahmen wird über Klemmträger oder Spannfedern in der Laibung verspannt und drückt sich fest, ganz ohne Werkzeug am Mauerwerk. Beim Abnehmen bleiben keine Löcher und keine Spuren.

Türen und Rollos werden dagegen meist verschraubt, weil sie durch das häufige Öffnen und Schließen stärker belastet sind - eine geklemmte Tür würde sich lockern. Wer nicht bohren will oder darf, findet am Fenster also immer eine schraubenlose Lösung, am Durchgang ist etwas mehr Aufwand nötig.

Richtig ausmessen

Wie bei jedem Sonnenschutz steht und fällt das Ergebnis mit dem Maß. Messen Sie die Laibung an mehreren Stellen, weil kaum eine Öffnung exakt rechtwinklig ist. Beim Klemmrahmen zählt das Laibungsmaß, damit sich der Rahmen sauber verspannen kann; achten Sie auf die verfügbare Tiefe für die Klemmträger.

Notieren Sie außerdem, ob Fenstergriffe oder Beschläge im Weg sind - sie entscheiden, ob der Rahmen frei sitzt. Die allgemeinen Regeln fürs saubere Aufmaß - an drei Stellen messen, in Millimeter, doppelt prüfen - gelten auch hier und stehen ausführlich im Ratgeber Sonnenschutz richtig ausmessen.

Schritt für Schritt montieren

Öffnung und System bestimmen

Fenster oder Durchgangstür? Danach das passende System wählen - geklemmter Spannrahmen fürs Fenster, Drehtür oder Plissee für den Durchgang.

Genau ausmessen

Breite und Höhe der Laibung an mehreren Stellen messen. Beim Klemmrahmen zählt das Laibungsmaß, damit sich der Rahmen sauber verspannen kann.

Rahmen zusammenbauen

Bausatz nach Anleitung auf Maß zuschneiden und verschrauben, das Gewebe faltenfrei einspannen. Fertigmaß-Systeme kommen bereits montiert.

Halter anbringen

Klemmträger auf den Flügelfalz stecken oder Winkel setzen - beim Spannrahmen ganz ohne Bohren, bei der Tür meist mit schmaler Zarge.

Einsetzen und prüfen

Rahmen einsetzen, festen Sitz und dichten Randabschluss kontrollieren. Das Fenster muss sich weiterhin frei öffnen und kippen lassen.

Das richtige Gewebe

Insektengewebe ist nicht gleich Insektengewebe. Das Standardgewebe hält Fliegen und Mücken ab und ist transparent. Wer unter Pollenallergie leidet, greift zu einem feineren Pollenschutzgewebe, das wie ein Filter zusätzlich einen großen Teil des Blütenstaubs abhält - je nach Gewebe von rund der Hälfte bis über 90 Prozent der Pollen (Pollenschutz beim Hersteller). Als Kaufkriterium hilft das ECARF-Siegel der European Centre for Allergy Research Foundation, das allergikerfreundliche Produkte zertifiziert.

Für Haushalte mit Haustieren gibt es besonders reißfeste Gewebe, die Katzenkrallen standhalten, und für dunkle Sichtverhältnisse Gewebe, die von innen besonders durchsichtig wirken. Die Rahmen selbst gibt es in verschiedenen Farben - von Weiß über Braun bis Anthrazit -, sodass sich der Insektenschutz farblich an Fenster und Fassade anpasst und geschlossen kaum auffällt.

In der Mietwohnung: was erlaubt ist

Ohne Rücksprache möglich

  • Geklemmte Spannrahmen ohne Bohren
  • Klemmfix-Rollos am Flügelfalz
  • Rückstandslos abnehmbare Systeme
  • Nichts wird am Mauerwerk verändert

Vorher mit Vermieter klären

  • Verschraubte Insektenschutztüren
  • Fest montierte Rollo-Kästen
  • Bohren in Rahmen oder Laibung
  • Dauerhafte bauliche Eingriffe

In der Mietwohnung ist der geklemmte Insektenschutz der sichere Weg: Er hinterlässt keine Spuren und wandert beim Umzug einfach mit. Sobald gebohrt werden müsste - etwa für eine Insektenschutztür -, sollte das vorab mit dem Vermieter abgesprochen werden.

Pflege und Überwintern

Insektenschutz ist pflegeleicht: Das Gewebe gelegentlich absaugen oder mit einer weichen Bürste und etwas Wasser reinigen genügt, um Staub und Pollen zu entfernen. Ein sauberes Gewebe lässt zudem mehr Licht und Luft durch.

Geklemmte Spannrahmen nimmt man im Herbst am besten heraus und lagert sie trocken ein - so bleibt das Gewebe geschützt und der Rahmen hält länger. Fest verbaute Türen und Rollos können bleiben, sollten aber gereinigt und auf leichten Lauf geprüft werden. Ein Insektenschutzrollo rollt sich ohnehin geschützt in seinen Kasten ein und übersteht den Winter problemlos.

Insektenschutz passgenau nachrüsten?

Die Bauarten und das richtige Maßnehmen erklärt der Ratgeber - Spannrahmen, Türen und Rollos nach Maß fertigt und montiert ein Fachbetrieb aus dem Verzeichnis.

Betrieb finden

Häufige Fragen zum Insektenschutz

Welcher Insektenschutz passt zu welcher Öffnung?

Das entscheidet, ob man hindurchgeht. Am Fenster ist der geklemmte Spannrahmen der Klassiker. Für Türen, durch die man geht, eignet sich die Drehtür wie eine zweite, leichte Tür. Für sehr breite Schiebeelemente gleitet der Plissee-Insektenschutz platzsparend zur Seite. Soll das Gitter am Fenster bei Nichtgebrauch verschwinden, ist ein Insektenschutzrollo die Wahl.

Geht Insektenschutz wirklich ohne Bohren?

Am Fenster ja: Der Spannrahmen wird über Klemmträger oder Spannfedern in der Laibung verspannt, ohne Bohren und ohne Spuren - ideal auch für Mietwohnungen. Türen und Rollos werden dagegen meist verschraubt, weil sie durch das häufige Bewegen stärker belastet sind. In der Mietwohnung sollte das Bohren vorab mit dem Vermieter geklärt werden.

Kann ich das Fenster mit Insektenschutz noch öffnen?

Ja. Der Spannrahmen sitzt außen vor dem Fensterflügel in der Laibung, sodass sich das Fenster nach innen frei öffnen und kippen lässt. Nur zum Reinigen der Scheibe von außen wird der Rahmen kurz herausgenommen. Im Alltag bleibt er das ganze Sommerhalbjahr an Ort und Stelle.

Fertigmaß oder nach Maß?

Fertigmaß-Systeme gibt es in gestuften Standardgrößen und sind günstig und schnell montiert, passen aber nur bei passenden Fenstermaßen wirklich sauber. Nach Maß gefertigte Rahmen sitzen exakt in jeder Laibung und sind bei ungewöhnlichen Größen, Türen und hohem Anspruch die bessere Wahl - dafür etwas teurer und mit Lieferzeit.

Muss ich den Insektenschutz im Winter abnehmen?

Empfehlenswert ist es. Geklemmte Spannrahmen lassen sich im Herbst leicht herausnehmen und trocken einlagern - so bleibt das Gewebe geschützt und der Rahmen hält viele Jahre. Fest verschraubte Türen und Rollos können bleiben, sollten aber gereinigt und kontrolliert werden. Ein Insektenschutzrollo rollt sich ohnehin geschützt in seinen Kasten ein.