Kurzüberblick

Nachts geschlossen senkt ein Rollladen den Wärmeverlust über das Fenster um etwa 20 %, tagsüber offen lässt er die Wintersonne herein. Ein Raffstore dämmt kaum, muss aber vor Schneefall hochgefahren werden und darf vereist nicht bewegt werden. Festgefrorene Rollläden nie mit Gewalt oder Motor lösen, sondern auftauen lassen. Eine Automatik ohne Eisalarm gehört im Winter abgeschaltet, der Windwächter bleibt aktiv. Vor dem ersten Frost Führungsschienen und Fensterbank von Laub befreien.

Nachts zu, tagsüber auf: der Rollladen als Wärmeschutz

Ein geschlossener Rollladen schließt zwischen Panzer und Glas eine Luftschicht ein, die wie eine zusätzliche Dämmlage wirkt. Das Umweltbundesamt beziffert den Effekt: Der Rollladen kann nachts die Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20 % verringern, geschlossene Vorhänge verstärken das noch.

Tagsüber gilt das Gegenteil. Die tief stehende Wintersonne scheint weit in die Räume und heizt kostenlos mit. Wer an sonnigen Tagen die Rollläden an Süd-, Ost- und Westfenstern unten lässt, verschenkt diesen Gewinn. Der Standard bringt die Regel auf eine Zeile: tagsüber aufziehen, nachts schließen. Am bequemsten übernimmt das eine Zeitschaltuhr oder ein Dämmerungssensor.

Der Raffstore kann hier wenig beitragen. Seine Lamellen schließen nicht dicht, die Luft dahinter bleibt in Bewegung, und als Nachtdämmung taugt er deshalb kaum. Warum der Rollladen im Winter vorne liegt und der Raffstore im Sommer, zeigt der Vergleich Raffstore oder Rollladen.

Was eine Frostnacht mit geschlossenem Rollladen bringt

Wie viel die 20 % in Kilowattstunden ausmachen, hängt vom Fenster ab. Die Rechnung für eine Nacht mit 0 °C draußen und 20 °C drinnen über zwölf Stunden: Wärmeverlust = U-Wert x Temperaturunterschied x Zeit. Als neues Fenster dient der Grenzwert von 1,1 W/m²K, den der Bund ab 2027 für den Sanierungsbonus verlangt, als altes Fenster eine angenommene Isolierverglasung mit 2,8 W/m²K.

Wärmeverlust über das Fenster in einer Frostnacht mit und ohne Rollladen
FensterVerlust je m² in 12 Stundendavon 20 % gespartHaus mit 25 m² Fensterfläche
Uw 1,1 W/m²K (Förder-Grenzwert für neue Fenster) 0,26 kWh 0,05 kWh ca. 1,3 kWh je Nacht
Uw 2,8 W/m²K (ältere Isolierverglasung, Annahme) 0,67 kWh 0,13 kWh ca. 3,4 kWh je Nacht

Bei neuen Fenstern spart der Rollladen in einer Frostnacht also gut eine Kilowattstunde, bei alten Fenstern rund zweieinhalbmal so viel. Über einen ganzen Winter summiert sich das, ein Ersatz für neue Fenster ist der Rollladen aber nicht. Spürbarer als auf der Heizkostenabrechnung ist oft der Komfort: Die Innenseite der Scheibe bleibt wärmer, und vor großen Glasflächen fällt weniger kalte Luft zu Boden.

Wie oft Rollläden in Österreich festfrieren können

Festfrieren setzt zwei Dinge voraus: Feuchtigkeit und Temperaturen unter null. Die Messdaten von GeoSphere Austria zeigen, wie oft das vorkommt. Frosttage sind Tage, an denen die Temperatur irgendwann unter 0 °C fällt, meist in der Nacht. An Eistagen bleibt sie den ganzen Tag darunter, ein angefrorener Behang taut dann bis zum Abend nicht auf.

Mittlere Zahl der Frost- und Eistage 2016 bis 2025 an den Landeshauptstadt-Stationen, Daten GeoSphere Austria
MessstationFrosttage pro JahrEistage pro Jahr
Klagenfurt Flughafen 104 15
Salzburg Flughafen 81 10
Innsbruck Universität 77 4
Graz Universität 75 6
St. Pölten Landhaus 62 10
Eisenstadt Nordost 53 8
Linz Stadt 53 8
Bregenz 53 5
Wien Hohe Warte 49 8

Mittelwerte der Jahre 2016 bis 2025. Auffällig ist Innsbruck: 77 Frosttage, aber im Schnitt nur 4 Eistage, der Frost löst sich dort also fast immer bis zum Nachmittag. Klagenfurt kommt auf 15 Eistage und damit dreimal so viele wie Bregenz. Dort muss man öfter damit rechnen, dass ein angefrorener Rollladen den ganzen Tag festsitzt.

Rollladen oder Raffstore festgefroren: was jetzt hilft

Am häufigsten friert der unterste Stab an der Fensterbank fest, wenn Tauwasser, Regen oder Schnee darunterläuft und es danach friert. Die Bedienungsanleitung von WAREMA für Außenjalousien ist hier eindeutig: Ein vereistes Produkt darf nicht bedient werden, zuerst müssen Schnee und Eis weg, nach dem Auftauen ist es wieder normal nutzbar. Dasselbe Prinzip gilt für den Rollladen.

  • Schalter nicht mehrfach drücken: der Motor zieht gegen das Eis und belastet Aufhängung und Panzer
  • Kein Ziehen am Gurt mit Kraft, sonst reißt er oder der Wickler bricht
  • Abwarten, bis Sonne oder Plusgrade den Behang freigeben
  • Kein heißes Wasser: das Schmelzwasser läuft in die Schienen und gefriert dort neu
  • Nach dem Auftauen einmal ganz hoch- und herunterfahren und auf Geräusche achten

Ein Rollladen, der nach dem Auftauen schief läuft, klemmt oder knackt, sollte nicht weiter bewegt werden. Ein Fachbetrieb prüft dann, ob Lamellen, Führung oder Antrieb Schaden genommen haben, bevor aus einem kleinen Fehler ein Motortausch wird.

Raffstore bei Schnee: rechtzeitig hochfahren

Der Raffstore ist im Winter das empfindlichere System. Seine Lamellen hängen an Aufzugsbändern und Leiterkordeln, nicht in einem geschlossenen Panzer. Liegt Schnee auf den Lamellen, trägt die Mechanik eine Last, für die sie nicht gebaut ist, und gefrorene Lamellen können beim Hochfahren verbiegen. WAREMA nennt Schneefall deshalb ausdrücklich neben Sturm als Bedingung, vor der der Behang hochgefahren sein muss.

Der Rollladen ist robuster, weil der Panzer rundum in den Schienen läuft. Liegt aber Schnee auf der Fensterbank, setzt der unterste Stab beim Herunterfahren darin auf und kann anfrieren. Bei Schneefall bleiben Rollläden deshalb am besten in ihrer Position, bis die Fensterbank frei ist. Mehr zur Bauweise und zum Windverhalten steht beim Raffstore.

Automatik im Winter: was an, was aus

Eine Sonnenautomatik kann im Winter mehr schaden als nützen. Sie fährt bei Sonnenschein herunter, auch wenn die Lamellen vom Morgen noch nass sind und der Nachmittag wieder Frost bringt. WAREMA empfiehlt, die Automatik im Winter abzuschalten, wenn die Steuerung keinen Eisalarm hat. Ob die eigene Steuerung diese Funktion bietet, steht in ihrer Anleitung.

  • Sonnenautomatik ohne Eisalarm über den Winter deaktivieren
  • Windwächter aktiv lassen: Winterstürme gefährden einen ausgefahrenen Raffstore genauso wie Sommergewitter
  • Zeitschaltuhr für Rollläden auf frühe Dämmerung umstellen, damit sie abends schließen
  • Nach längerem Stillstand im Frühjahr Endlagen und Sensoren testen

Welche Sensoren es gibt und wie sie zusammenspielen, erklärt die Seite zu Wind-, Sonnen- und Regensensoren. Wer einen Solar-Rollladen hat, sollte nach starkem Schneefall prüfen, ob das Modul frei liegt.

Schwachstelle Rollladenkasten

Der Rollladen selbst hält Wärme im Haus, sein Kasten kann sie hinauslassen. Bei älteren Einbaurollläden sitzt der Kasten innen im Sturz über dem Fenster, oft kaum gedämmt und mit einer Öffnung für den Gurt. Dort entsteht eine Wärmebrücke, die sich als kalte Stelle oder Luftzug bemerkbar macht.

Wie ernst das genommen wird, zeigen zwei Beispiele. Die deutsche Rollladenkasten-Richtlinie setzt eine Mindestanforderung an den Wärmedurchgang von höchstens 0,85 W/m²K, wie ein Forschungsbericht des Fraunhofer-Informationszentrums Raum und Bau festhält. Und das Burgenland fördert die Dämmung von Rollladenkästen ausdrücklich als Behebung von Wärmebrücken in der Wohnhaussanierung. Welche weiteren Programme es gibt, steht im Ratgeber zur Sonnenschutz-Förderung. Wer den alten Kasten ohnehin ersetzen will, findet die Preise unter Rollladen-Kosten.

Vor dem ersten Frost: kurze Kontrolle

Ende Oktober oder Anfang November, bevor die ersten Frostnächte kommen, lohnt eine Runde ums Haus:

  • Laub und Schmutz aus den Führungsschienen entfernen, damit kein Wasser darin stehen bleibt
  • Fensterbänke freimachen, auf denen der unterste Stab aufsitzt
  • Gurte auf Ausfransen prüfen, ein gerissener Gurt bei Frost ist doppelt lästig
  • Lamellen und Bänder des Raffstores auf Verformungen aus dem Sommer kontrollieren
  • Sonnenautomatik ohne Eisalarm abschalten, Windwächter aktiv lassen

Wer zusätzlich eine Markise hat, findet die passende Anleitung unter Markise winterfest machen.

Häufige Fragen zu Rollladen und Raffstore im Winter

Sollte ich den Rollladen im Winter tagsüber offen lassen?

Ja, zumindest an Süd-, Ost- und Westfenstern. Tagsüber bringt die tief stehende Wintersonne Wärme ins Haus, die ein geschlossener Rollladen aussperren würde. Abends und nachts geschlossen verringert der Rollladen laut Umweltbundesamt die Wärmeverluste über das Fenster um etwa 20 %. Eine Zeitschaltuhr oder ein Dämmerungssensor erledigt beides automatisch.

Mein Rollladen ist festgefroren. Was kann ich tun?

Nicht mit Gewalt und nicht mit dem Motor gegen das Eis arbeiten. Warten Sie, bis die Sonne oder steigende Temperaturen den Panzer freigeben, an Eistagen kann das bis zum nächsten milderen Tag dauern. Heißes Wasser ist keine gute Idee, weil das Schmelzwasser in den Schienen sofort wieder gefriert. Ist der Rollladen nach dem Auftauen schwergängig oder verkantet, gehört er zum Fachbetrieb.

Darf ein Raffstore bei Schnee unten bleiben?

Nein. Die Bedienungsanleitung von WAREMA verlangt, die Außenjalousie vor Schneefall hochzufahren, und verbietet die Bedienung, solange sie vereist ist. Schnee auf den Lamellen belastet die Aufzugsbänder, und angefrorene Lamellen können beim Hochfahren beschädigt werden.

Spart ein Rollladen im Winter wirklich Heizkosten?

Ja, aber in Maßen. Das Umweltbundesamt nennt etwa 20 % weniger Wärmeverlust über das Fenster in der Nacht. Bei neuen Fenstern ist das in absoluten Zahlen wenig, bei älteren Fenstern spürbar mehr. Größer ist meist der Komfortgewinn: Die Scheibe bleibt innen wärmer, und vor großen Glasflächen zieht es weniger.

Funktioniert ein Solar-Rollladen im Winter?

In der Regel ja, weil ein Rollladen nur ein- bis zweimal am Tag fährt und der Akku trübe Tage überbrückt. Schwierig wird es, wenn das Solarmodul tagelang unter Schnee liegt oder an einer Nordfassade kaum Licht bekommt. Details zu Akku und Modul stehen beim Solar-Rollladen.